Nach der bvh-Asienreise - Interview zum chinesischen Markt mit Winfried Frese, Vice President DHL Paket Deutschland

Befragt am 26.04.2013 von Christin Schmidt

Wir war deine Erwartungshaltung an den chinesischen E-Commerce und seine Dienstleister, bevor wir auf die Reise gegangen sind und sind deine Erwartungen erfüllt worden?

„China war bisher für mich weit weg. Erst seitdem bei Allyouneed die Paketmengen nach China durch die Decke gingen und klar war, dass ich bei der Studienreise des bvh dabei bin, habe ich angefangen, mich dafür zu interessieren.

Ich habe mich gefragt, wie e-Commerce überhaupt funktionieren kann, in einem kommunistischen Land. Viel kann man dazu lesen. Aber es ist dann doch etwas anderes, live beim offiziellen Empfang des Ministeriums für Industrie und e-Commerce an langen Konferenztischen den staatlichen Vertretern des zentralistisch geführten Regimes gegenüber zu sitzen und anschließend beim gemeinsamen Dinner nicht nur unterschiedliche Essensgewohnheiten kennen zu lernen.



Die Präsentationen der eCommerce Player haben mir dann erst richtig vor Augen geführt, welches Potenzial in diesem Land steckt. Seriös gerechnet werden sich in 2015 wohl mehr als 700 Mio. Chinesen im Internet tummeln, doppelt soviel wie in Japan und den USA zusammen.

Vor der Reise war mir ehrlicherweise auch nicht wirklich präsent, dass wir als Deutsche Post/DHL schon fast 20.000 Mitarbeiter in China beschäftigen.

Alles was online bestellt wird, muss ja immer noch offline verschickt werden.

Fazit: Dieses sehr große Wachstumspotenzial hatte ich nicht erwartet...“

Worin unterschieden sich deiner Meinung nach die chinesischen Konsumenten in Ihrem Anspruch an den E-Commerce am stärksten von den europäischen Kunden?

„Chinesische Kunden lieben deutsche Produkte. Nicht nur in Deutschland hergestelltes Milchpulver genießt ein hohes Vertrauen. Wer weiß, vielleicht ordert die nächste Generation hochwertige Wäsche und andere Markenware aus Deutschland. Der Aufbau von "Trust" zog sich wie ein roter Faden durch alle Gespräche. Chinesen kaufen deshalb auch zunehmend ihre Lebensmittel am liebsten im Ausland. Ein Teilnehmer erzählte mir, dass er sich seine Nahrungsmittel fast immer an seine Wohnung liefern lässt, inklusive der schweren Wasserflaschen, und das am gleichen Tag.

In Bejing und Shanghai leidet die Bevölkerung unter dem inzwischen sehr gesundheitsschädlichen Smog. Diejenigen, die es sich leisten können, ziehen weg. Reiche Chinesen siedeln deswegen bereits mit ihren Familien ins Ausland. Bisher bin ich davon ausgegangen, dass der nächste Evolutionsschritt im e-Commerce aus den USA getrieben wird. Seit heute glaube ich, das ist noch nicht entschieden. Wir als Europäer haben einfach nur China, nicht zuletzt aufgrund der sprachlichen und kulturellen Barrieren, nicht so im Fokus.“

Was hat dich bei den Besuchen bei GEODIS und Intertek am meisten begeistert?

„Bei Geodis habe ich gelernt, wie wichtig es ist, die kulturellen Besonderheiten im Tagesgeschäft zu berücksichtigen. Wichtig ist beispielsweise, dass im Warehouse der direkte Chef inmitten seiner Mitarbeiter sitzt. Sobald der Vorgesetzte ein eigenes Büro hat, traut sich niemand mehr, ihn anzusprechen.



Intertek hat die Reise professionell vorbereitet und begleitet. Dimitri van Toorn als unser mehrsprachiger Reiseführer hat Tradegood und Intertek durch seine engagierte Unterstützung sicherlich als einen potenziellen Berater für den e-Commerce Eintritt in China empfohlen.

Fazit: Die bvh-Studienreise war für alle Beteiligten, ob Versender oder Dienstleister, eine gut investierte Zeit und wird sich vielleicht noch als Keimzelle für erfolgreiche Chinageschäfte erweisen.“

 

Hier finden Sie weitere Informationen zu DHL Paket Deutschland.

 

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Nach der bvh-Asienreise - Interview zum chinesischen Markt mit Marcel Schlee, Geschäftsführer Schlee & Cie GmbH

Befragt am 26.04.2013 von Christin Schmidt

Wir war deine Erwartungshaltung an den chinesischen E-Commerce und seine Dienstleister, bevor wir auf die Reise gegangen sind und treffen deine Erwartungen zu?

„Meine Erwartungen waren: einen Überblick über den chinesischen Markt zu bekommen und die Kultur der Menschen kennenzulernen. Wie leben die Chinesen und wie kaufen sie ein. Diese Erwartungen wurden voll erfüllt. Aktuell bin ich noch nicht im E-Commerce Markt tätig, es ist aber gut zu wissen, auf welche Firmen ich in China zugehen muss, damit ich einen schnellen und auch vertrauensvollen Markteintritt erreiche. Gut fand ich die Organisation der vorstellenden Unternehmen, es wurde die gesamt Bandbreite dargestellt - vom Logistiker, rechtlicher Struktur, wichtigsten E-Commerce Plattformen für meine Produkte und Dienstleistungen. Tolle Organisation“

Worin unterschieden sich deiner Meinung nach die chinesischen Konsumenten in Ihrem Anspruch an den E-Commerce am stärksten von den europäischen Kunden?

„Der chinesische Kunde kennt ja kein klassisches Ladengeschäft, der Markt in China wird größtenteils über den E-Commerce aufgebaut, dies ist sehr interessant. Auch dass viele Chinesen die Einstellung haben, was es nicht online gibt, kaufe ich auch nicht. Dies ist komplett entgegengesetzt zu unseren Konsummodellen. Bei uns ist es sehr klassisch, mal eben zum Supermarkt um die Ecke zu fahren, dies kennen die Chinesen so nicht. Hier wird alles online bestellt und wenn möglich am selben Tag zugestellt. Auch ist der Online-Markt noch nicht so umkämpft und technisch hochgerüstet wie bei uns. Bei uns gibt es sehr viel mehr Wettbewerb zwischen einzelnen E-Commerce Modellen. Wenn man vor Ort ist, sind die Eintrittshürden recht gering, hier auch erfolgreich sein zu können.“

Was hat Dich bei den Besuchen bei GEODIS und Intertek am meisten begeistert?

„Am meisten begeistert hat mich die Umsetzung dieser Firmen im chinesischen Markt. Bei Geodis fand ich die Umsetzung der Logistik und der Aufbau eines Warenhauses sehr interessant. Einfach mal das Innenleben eines Logistikers zu sehen. Bei Intertek fand ich spannend, wie ein chinesisches Unternehmen global expandiert und natürlich der Rundgang in den Testräumen war sehr beeindruckend.
Alles in allem war dies eine sehr interessante und inspirierende Reise."

Hier finden Sie weitere Informationen zu Marcel Schlee.

 

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Nach der bvh-Asienreise - Interview mit Karl Krainer, Geschäftsführer Gedankenfabrik

Befragt am 25.04.2013 von Christin Schmidt

Welche Fakten der gehörten Präsentation und Besichtigung bei Rakuten in Tokio haben dich überrascht bzw. haben dir neue Perspektiven eröffnet?

„Seit 2005 verfolge ich Rakuten‘s Werdegang vom starken Localplayer in Japan zur internationalen Markenpräsenz. Der Besuch bei Rakuten bestätigte den sehr strukturierten Auftritt von Rakuten mit Fokus auf klar definierte KPI’s und dem disziplinierten Ausrichten aller Aktivitäten danach. Auf der anderen Seite wird Wert auf interne Kommunikation und Training gelegt. Wöchentliche All-hands-Meetings werden u.a. dazu eingesetzt. Ich bin schon gespannt auf die weitere Entwicklung von Rakuten mit den spezifischen Anforderungen - auch kulturell - der internationalen Expansion.“

Was hat dich an Tokio am meisten beeindruckt?

„Tokio als Stadt ist sehr beeindruckend und inspirierend. Selbst U-Bahn-Fahren ist hier spannend. Einen wunderbaren Blick auf die Stadt hat man vom Park Hyatt (kennt man aus „Lost in Translation). Irgendwie hat man das Gefühl, man hätte Japan ein wenig vergessen in seiner Entwicklung. Japan steht selbst vor einer starken Veränderung der Gesellschaft. Immer mehr auch junge Frauen sind berufstätig und sehr selbstbewusst. Das zeigt sich im Auftreten (mit dementsprechenden Trendsetting), welches man selbst nach ein paar Tagen in der Stadt spüren kann.  Aber auch in der stark wachsenden Online-Nutzung sieht man Veränderungen. Hier wird die nächste Welle des eCommerce eingeleitet. Zusätzlich entdeckt die ältere Bevölkerung das Internet in Japan. Onlinemässig wird hier viel passieren. Und mit Firmen wie z.B. Rakuten werden wir es in Deutschland mitbekommen.“

Hier finden Sie weitere Informationen zur Gedankenfabrik.

 

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