„Convergence“ – Willkommen im Zeitalter der Informationsgesellschaft
verfasst von Stefan Voigt am 27.09.2012

In den letzten Jahren ist die Verschmelzung verschiedener Teilbereiche zu einem Ganzen in keinem Bereich so schnell verlaufen wie in der Informations- und Telekommunikationstechnologie. Interaktive multimediale Plattformen prägen den Alltag und erscheinen dem User als gegebene Normalität. Dabei ist das Zusammenwachsen von Nachrichtentechnik, Informatik und Medien revolutionär und beeinflusst gesellschaftliche Veränderungsprozesse tagtäglich. Dieser Prozess beschreibt Konvergenz, welche auf technischer, inhaltlicher und ökonomischer Ebene unaufhaltsam voranschreitet.
Beispiele für Konvergenz findet man an jeder Häuserecke. Sei es diese Ecke gezielt zu suchen, indem man via Mobile dorthin navigiert und ganz nebenbei ein Telefongespräch über Voice over IP führt. Technische Konvergenz ist aber nur ein Teil dieser Erscheinungen. Die mediale Aufbereitung von Informationen über verschiedene Distributionskanäle ist ein weiteres virulentes Beispiel für anhaltende Konvergenzprozesse. Auch hier werden neue technische Plattformen eingesetzt, die mit fortschreitender Digitalisierung Grenzen zwischen passiver und aktiver Nutzung verschwimmen lassen. Es wird immer offensichtlicher, dass Interaktivität als Katalysator für Konvergenz fungiert und eine systematische Trennung einzelner Ebenen in Angesicht anhaltender Verschmelzung unwiederbringlich der Vergangenheit angehört.
Konvergenz findet statt und die damit einhergehenden Veränderungen brauchen Gestaltung. Beispielsweise ergeben sich für ein zielführendes Marketing Chancen, die durch Innovation und Synergie technischer Integration genutzt werden können. Die neue Herausforderung besteht darin die Konsumenten in der digitalen Welt anzutreffen und abzuholen, die aufgrund der Multifunktionstätigkeit ihrer Endgeräte zunehmend ortsunabhängig agieren. E-Reading und Interactive Broadcasting sind bekannte Erscheinungsformen von Konvergenz, die keiner weiteren Erklärung benötigen. Dennoch gibt es viele innovative Trends im Bereich der Konvergenz, die bestehende Strukturmuster über den Haufen werfen und neue Marketingkonzepte ermöglichen.
Einer dieser Trends heißt Print Plus. Der Name verrät bereits, dass sich der Trend mit der Weiterentwicklung klassischer Printmedien beschäftigt. Seien es neue Technologien, die Druckerzeugnisse zum Ausgangspunkt veränderter Rezeptionsmöglichkeiten werden lassen oder die inhaltliche Bereicherung des Printobjekts, die das Zukunftsbild von Papier durch gedruckte Batterien, Solarzellen und Displays nachhaltig verändern werden.
Ein weiterer Trend, der sich wachsender Beliebtheit erfreut, ist die intelligente Verknüpfung von Produkten mehrerer Unternehmen, die als Business Mashup bezeichnet werden. So entsteht ein zusätzlicher Mehrwert in Form neuer Funktionen und Dienstleistungen, der den Kaufanreiz für das jeweilige Komplementärprodukt steigern soll. Die Verbindung von Laufschuh und MP3-Player bzw. Smartphone zu einem modernen Trainingstool haben bereits gezeigt, dass Konvergenz selbst in der aktiven Freizeitgestaltung angekommen ist.
Die Menschheit hat längst das Zeitalter der Informationsgesellschaft betreten und die zunehmende Konvergenz befeuert auf ihre ganz eigene Weise den Traum vom Perpetuum mobile. Brand Convergence, Content Convergence und Technology Convergence sind weitere von vielen anderen Convergence-Trends, die es im Rahmen des Interaktiven Schmelztiegels zu entdecken gilt.
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