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Nach der bvh-Asienreise - Abschluss-Interview zum asiatischen E-Commerce-Markt mit Thomas Kipp, CEO DHL Global Mail

Befragt am 26.04.2013 von Christin Schmidt

Rückblickend auf die gesamte Reise, welcher Fakt hat dich am meisten überrascht bzw. war dir neu?

„Durch unsere langjährige Präsenz in Märkten wie China und Japan verfolgen wir die Entwicklungen sehr intensiv, da sie Grundlage für die Entwicklung unserer Marktangebote sind.
Dennoch sind verschiedene Faktoren bemerkenswert wie z.B. die zunehmende Bedeutung Chinas als Absatzmarkt, die steigende Bedeutung von Vertrauen als wesentlicher Grundlage im e-commerce sowie die zunehmende Bedeutung von Premium Angeboten und Frische-Produkten. In Japan ist interessant zu beobachten, dass sich mit Teleshopping ein sehr starker Absatzkanal in Verbindung zu den Online Kanälen etabliert hat und dabei ein sehr stark emotionales Shopping-Erlebnis im Vergleich zum Internet ermöglicht.“

Was ist die größte Herausforderung für den europäischen Markt in Bezug auf den asiatischen E-Commerce Markt. Wo liegt die größte Chance für die Europäer?

„Mit der zunehmenden Kaufkraft der chinesischen Konsumenten vergrößert sich auch deren Interesse an internationalen Produkten und Marken. Das eröffnet in Zukunft vielversprechende Möglichkeiten in einem sich weiterhin sehr dynamisch entwickelnden Markt. Das wiederum bringt entsprechende Herausforderungen mit sich, angefangen bei den Überlegungen zur „richtigen“ Markteintrittsstrategie, den „technischen“ Herausforderungen zur Entwicklung eines grenzüberschreitenden Angebotes sowie letztlich auch die Bereitschaft, sich intensiv mit den „lokalen Spielregeln“ vertraut zu machen und sich darauf einlassen zu wollen.“

Wo siehst du das höchste Innovationspotential des asiatischen E-Commerce-Marktes?

„Ich denke, die Reise hat eindrucksvoll gezeigt, dass man jeden Markt in Asien sehr individuell betrachten muss. Während in China das Thema „Verfügbarkeit“ noch eine große Rolle spielt, sind in Japan Themen wie „Frische“ und „Convenience“ sehr wichtig. Japan hat mit der demographischen Entwicklung (alternde Bevölkerung) bereits mehr zu kämpfen als jede andere entwickelte Volkswirtschaft. Hier ergeben sich durchaus Ansatzpunkte, wie Angebots-, Verkaufs-, Liefer- und Serviceprozesse noch konsequenter auf eine bestimmte Zielgruppe ausgerichtet werden können.  Aber auch die Emotionalisierung und Interaktivität des Einkaufserlebnisses – inkl. der sprichwörtlichen Freundlichkeit der asiatischen Kulturen - werden trotz immer perfekterer Technik eine entscheidende Rolle spielen, um Kunden begeistern zu können. In China sind die Entwicklungen immer noch durch große Dynamik geprägt und es wird eine Menge experimentiert. Das erzeugt eine ungemeine Innovationskraft."

 

Hier finden Sie weitere Informationen zu DHL Global Mail.

 

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Tags: bvh-asienreise, bvh-e-commercereise, thomas kipp, dhl global mail
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Nach der bvh-Asienreise - Interview zum chinesischen Markt mit Winfried Frese, Vice President DHL Paket Deutschland

Befragt am 26.04.2013 von Christin Schmidt

Wir war deine Erwartungshaltung an den chinesischen E-Commerce und seine Dienstleister, bevor wir auf die Reise gegangen sind und sind deine Erwartungen erfüllt worden?

„China war bisher für mich weit weg. Erst seitdem bei Allyouneed die Paketmengen nach China durch die Decke gingen und klar war, dass ich bei der Studienreise des bvh dabei bin, habe ich angefangen, mich dafür zu interessieren.

Ich habe mich gefragt, wie e-Commerce überhaupt funktionieren kann, in einem kommunistischen Land. Viel kann man dazu lesen. Aber es ist dann doch etwas anderes, live beim offiziellen Empfang des Ministeriums für Industrie und e-Commerce an langen Konferenztischen den staatlichen Vertretern des zentralistisch geführten Regimes gegenüber zu sitzen und anschließend beim gemeinsamen Dinner nicht nur unterschiedliche Essensgewohnheiten kennen zu lernen.



Die Präsentationen der eCommerce Player haben mir dann erst richtig vor Augen geführt, welches Potenzial in diesem Land steckt. Seriös gerechnet werden sich in 2015 wohl mehr als 700 Mio. Chinesen im Internet tummeln, doppelt soviel wie in Japan und den USA zusammen.

Vor der Reise war mir ehrlicherweise auch nicht wirklich präsent, dass wir als Deutsche Post/DHL schon fast 20.000 Mitarbeiter in China beschäftigen.

Alles was online bestellt wird, muss ja immer noch offline verschickt werden.

Fazit: Dieses sehr große Wachstumspotenzial hatte ich nicht erwartet...“

Worin unterschieden sich deiner Meinung nach die chinesischen Konsumenten in Ihrem Anspruch an den E-Commerce am stärksten von den europäischen Kunden?

„Chinesische Kunden lieben deutsche Produkte. Nicht nur in Deutschland hergestelltes Milchpulver genießt ein hohes Vertrauen. Wer weiß, vielleicht ordert die nächste Generation hochwertige Wäsche und andere Markenware aus Deutschland. Der Aufbau von "Trust" zog sich wie ein roter Faden durch alle Gespräche. Chinesen kaufen deshalb auch zunehmend ihre Lebensmittel am liebsten im Ausland. Ein Teilnehmer erzählte mir, dass er sich seine Nahrungsmittel fast immer an seine Wohnung liefern lässt, inklusive der schweren Wasserflaschen, und das am gleichen Tag.

In Bejing und Shanghai leidet die Bevölkerung unter dem inzwischen sehr gesundheitsschädlichen Smog. Diejenigen, die es sich leisten können, ziehen weg. Reiche Chinesen siedeln deswegen bereits mit ihren Familien ins Ausland. Bisher bin ich davon ausgegangen, dass der nächste Evolutionsschritt im e-Commerce aus den USA getrieben wird. Seit heute glaube ich, das ist noch nicht entschieden. Wir als Europäer haben einfach nur China, nicht zuletzt aufgrund der sprachlichen und kulturellen Barrieren, nicht so im Fokus.“

Was hat dich bei den Besuchen bei GEODIS und Intertek am meisten begeistert?

„Bei Geodis habe ich gelernt, wie wichtig es ist, die kulturellen Besonderheiten im Tagesgeschäft zu berücksichtigen. Wichtig ist beispielsweise, dass im Warehouse der direkte Chef inmitten seiner Mitarbeiter sitzt. Sobald der Vorgesetzte ein eigenes Büro hat, traut sich niemand mehr, ihn anzusprechen.



Intertek hat die Reise professionell vorbereitet und begleitet. Dimitri van Toorn als unser mehrsprachiger Reiseführer hat Tradegood und Intertek durch seine engagierte Unterstützung sicherlich als einen potenziellen Berater für den e-Commerce Eintritt in China empfohlen.

Fazit: Die bvh-Studienreise war für alle Beteiligten, ob Versender oder Dienstleister, eine gut investierte Zeit und wird sich vielleicht noch als Keimzelle für erfolgreiche Chinageschäfte erweisen.“

 

Hier finden Sie weitere Informationen zu DHL Paket Deutschland.

 

Christin SchmidtPermalinkKommentare 0
Tags: bvh-asienreise, bvh-e-commercereise, winfried frese, dhl paket deutschland
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Nach der bvh-Asienreise - Interview mit Karl Krainer, Geschäftsführer Gedankenfabrik

Befragt am 25.04.2013 von Christin Schmidt

Welche Fakten der gehörten Präsentation und Besichtigung bei Rakuten in Tokio haben dich überrascht bzw. haben dir neue Perspektiven eröffnet?

„Seit 2005 verfolge ich Rakuten‘s Werdegang vom starken Localplayer in Japan zur internationalen Markenpräsenz. Der Besuch bei Rakuten bestätigte den sehr strukturierten Auftritt von Rakuten mit Fokus auf klar definierte KPI’s und dem disziplinierten Ausrichten aller Aktivitäten danach. Auf der anderen Seite wird Wert auf interne Kommunikation und Training gelegt. Wöchentliche All-hands-Meetings werden u.a. dazu eingesetzt. Ich bin schon gespannt auf die weitere Entwicklung von Rakuten mit den spezifischen Anforderungen - auch kulturell - der internationalen Expansion.“

Was hat dich an Tokio am meisten beeindruckt?

„Tokio als Stadt ist sehr beeindruckend und inspirierend. Selbst U-Bahn-Fahren ist hier spannend. Einen wunderbaren Blick auf die Stadt hat man vom Park Hyatt (kennt man aus „Lost in Translation). Irgendwie hat man das Gefühl, man hätte Japan ein wenig vergessen in seiner Entwicklung. Japan steht selbst vor einer starken Veränderung der Gesellschaft. Immer mehr auch junge Frauen sind berufstätig und sehr selbstbewusst. Das zeigt sich im Auftreten (mit dementsprechenden Trendsetting), welches man selbst nach ein paar Tagen in der Stadt spüren kann.  Aber auch in der stark wachsenden Online-Nutzung sieht man Veränderungen. Hier wird die nächste Welle des eCommerce eingeleitet. Zusätzlich entdeckt die ältere Bevölkerung das Internet in Japan. Onlinemässig wird hier viel passieren. Und mit Firmen wie z.B. Rakuten werden wir es in Deutschland mitbekommen.“

Hier finden Sie weitere Informationen zur Gedankenfabrik.

 

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Tags: bvh-asienreise, bvh-e-commercereise, karl krainer, gedankenfabrik
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